„Ein Extraloch für Freud“ – Über die Sammlung „The Secret Block for a Secret Person in Ireland“ von Joseph Beuys

Nach meinen Beiträgen über die neolithischen Gräber im Boyne Valley und über das heutige Irland aus der Brille von James Joyce und William B. Yeats bildet dieser Artikel den dritten Teil einer Irland-Trilogie, die verschiedene Aspekte der Geschichte und Psychologie der Insel anhand von Kunstwerken verständlich machen soll. Ob sich diese Reihe noch erweitern wird, … Weiterlesen

Fabeln, Abstand, Möglichkeit – Über den Roman „Greifzähne“ von Gilbert Hannebaum

Hatte der Fuchs die Gans gestohlen? Oder hatte er sie nicht eher geraubt, genommen oder hatte sie sich ihm geschenkt? Verschiedene Zitate von Nietzsche durch den Kopf fluten. Einfach weniger nachdenken beim nächsten Mal, dann wird alles gelingender. Dass er die süße Gans wieder herausrücken soll eine Selbstverständlichkeit, die mir auch der fahle Nordwind nicht … Weiterlesen

Der Künstler als Techniker und Manager – Eine Beobachtung zum Begleittext der Dürer-Ausstellung im Städel-Museum

Die noch bis zum 2.2. geöffnete Ausstellung „Dürer. Deutscher Meister“ im Städel-Museum in Frankfurt am Main bot, soweit ich das beurteilen kann, einen guten Überblick über das Werk Albrecht Dürers und schon allein aus dem Grund sollte man sie sich nicht entgehen lassen. Ärgerlich nur der damit verbundene Diskurs, der sich insbesondere in den Begleittexten … Weiterlesen

Newgrange – Die Pyramide des Nordens

Es ist seltsam, über ein Artefakt zu schreiben, dass über 5000 Jahre alt ist. Wahrheitskriterium bei der Interpretation von Artefakten ist üblicherweise, dass die Interpretation das aufdeckt, was der Intention des Schöpfers entsprach, selbst wenn diese diesen bei seiner Produktion nur unbewusst geleitet haben mag. Derart sichert sie sich gegen interpretatorische Willkür und Spekulation. Voraussetzung … Weiterlesen

Rimini Protokoll: „Situation Rooms. Ein Multiplayer-Videostück“ (Interpretation)

Gutmenschelnde Moral in radikalkünstlerischem Gewand In den letzten Wochen war das neue Stück von Rimini Protokoll im Frankfurter LAB zu sehen: „Situation Rooms. Ein Multiplayer-Videostück“. Eine Gelegenheit, die ich mir nicht entgehen lassen wollte, hatte ich doch schon vieles über Rimini Protokoll gehört und deren Versuch, einen neuen, politisch engagierten Realismus ins zeitgenössische Theater zu … Weiterlesen

Die Stalinallee. Ein Bauwerk des realen Sozialismus

Ein beeindruckendes Zeugnis der vergangenen Wirklichkeit des realen Sozialismus ist die ehemalige Stalinallee in Berlin. Heute, in post-stalinscher Zeit, ist sie nach dem prä-stalinschen Karl Marx benannt und steht damit in der Spannung dieser beiden großen Namen. Auch das Nachdenken über Geschichte, Bedeutung und Ästhetik von Karl-Marx- und Stalinallee kommt um diese Spannung nicht herum. Die Spannung von … Weiterlesen

Science-Fiction-Sozialismus

Brechts „Guter Mensch von Sezuan“ spielt im alten China, vor einer Kulisse der Fremdheit und des Vergangenen, die Voreingenommenheiten abbauen soll, um so den Blick für die Skizze der eigenen Gegenwart frei zu machen. Nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft, nicht in China – weil es sich nicht mehr als Symbol einer fremden … Weiterlesen

Is Revolutionary Ireland Dead and Gone?

Is Revolutionary Ireland Dead and Gone? Bericht aus einem Land in der Krise1 Eines Menschen Vergangenheit ist das, was er ist. Sie ist der einzige Maßstab, an dem er gemessen werden kann.2 Was für einen Menschen gilt, gilt erst recht für eine Nation: Um die aktuelle Situation in Irland zu verstehen und bewertend einzuordnen, ist … Weiterlesen

Das Theaterfestival at.tension 2013. Kritik und Tendenzen

Auf dem alternativen Theaterfestival at.tension kann man zeltend und in freier Natur mehrere Tage großartiges Theater aus ganz Europa erleben. Ich war dieses Jahr mit Paul dort, habe einiges erlebt und erfahren und möchte hier meine Eindrücke des Festivals schildern, und dabei zum einen eine gewisse Kritik an dem Eventcharakter des durchaus politisch ausgerichteten Festival … Weiterlesen

Zur Kritik der Documenta 2012

Rezension des Sammelbands Ästhetik der Unterwerfung, herausgegeben von Werner Seppmann (Laika-Verlag Hamburg, 2013; 244 S., 21 €) Mein Besuch der Documenta im August 2012 war ein erinnerungswürdiges und äußerst inspirierendes Erlebnis. Mit einem Zelt ausgestattet ermöglichte es mir die Integration des Occupy-Camps in den Ausstellungsbetrieb, dort einige recht sorglose Tage zu verbringen, die ich schlendern, … Weiterlesen